Ägyptens Wüste


Tal der Könige


Nilboote


Transportmittel: Esel


Fruchtbare Weiden am Nil

Land

Ägypten in Worten zu beschreiben und dabei nicht vom Hundertsten ins Tausendste zu geraten ist eine nicht ganz einfache Sache, denn dieses Land ist so voller Extreme und für uns Europäer oft anscheinend unvereinbarer Widersprüche.

Es beginnt, wenn man sich diesem Land von Luft aus nähert. Ist das Meer erst überquert braucht man eine Weile um festzustellen, daß etwas sehr Gewohntes fehlt: Wolken.
Vom Flugzeug aus könnt ihr direkt auf die karge und steinige Wüste blicken, ausgetrockente Flußbette sehen und ab und an einen kurzen Blick auf einen grünen Fleck, vielleicht eine Oase, erhaschen.

Die nächste Überraschung ist sicherlich das Klima, wenn man von der Gangway zum Bus hinabsteigt, um in den Zollbereich zu fahren. Es ist heiß! Sehr heiß! Und trocken. Vielleicht weht ein leichter Wind. Gut getan haben diejenigen, der jetzt eine Flasche Wasser aus ihrem Handgepäck zaubern können.

Das ist dann ungefähr der Zeitpunkt, an dem die meisten die Aufregung wahrnehmen, die um sie herum stattfindet. Laute Stimmen, Geschrei, Leute, die wild mit ihren Händen gestikulieren und dann plötzlich jemand, der etwas von einem will. Keine Panik! Willkommen in einem arabischen Land. Ihr seid gerade Zeuge, wie Araber Geschäfte tätigen.

Umso langsamer ist alles plötzlich, wenn ihr ein Geschäft getätigt habt und auf die Lieferung eurer Ware, einem Cola, dem Essen oder andere Dinge wartet. Bleierne Zeit. Alles schleppt sich dahin. Dann endlich kommt das Essen und kaum seid ihr fertig ist Schwupps der Teller weg. Hier ist es unhöflich, den Gast mit einem leergegessenen Teller zu belästigen.

Zeit ist ein sehr dehnbarer Begriff in Ägypten. Ihr solltet ägyptische Minuten auf keine Fall mit eurer europäischen Uhr messen und eure Innere daran erinnern, daß ihr gerade Urlaub macht...

Ebenso gegensätzlich verhält es sich mit dem Land und seinen Bauwerken. Gut fünf Stunden von Hurghada entfernt könnt ihr in das Tal der Könige hinabsteigen und damit eine Reise zurück in eine Zeit beginnen, die Euch zu den Wurzeln unserer Kulturen führen wird. Danach geht es wieder in einen klimatisierten Bus und mitten nach Luxor hinein. Hier purzelt dann alles durcheinander. Neue Häuser und alte Bauwerke, Eselskarren und Diplomatenlimousinen, Geschäftsleute in Kaftan und im dunkelgestreiften Anzug.

Auf der Fahrt nach Hause, mitten durch die Wüste, die übrigens nicht nur Sand sondern ganz viele Steine hat (!), könnt ihr dann dem kühlenden Sonnenuntergang entgegenfiebern. Dabei kommt ihr durch einige Dörfer, die so gar nichts mit den luxoriösen Hotelburgen zu tun haben, die ihr in Hurghada vorfindet und könnt sehen wohin Ägypten strebt und wo es sich auch heute noch befindet.

Vielleicht habt ihr Glück und seht einen Laster voller Kamele auf der Ladefläche, der gerade von Assuan, wo die Kamele billiger sind, nach Kario fährt, um sie dort gewinnbringend zu verkaufen. Vieles ist improvisiert in Ägypten und die Ägypter selbst sind ware Meister darin, Materialien wiederzuverwenden.

Auf dem Weg nach Hurghada hinein könnt ihr einige dieser Werkstätten im Abendrot sehen und wie die Funken aus der Esse des Schmiedes durch die Luft fliegen. Wer weiß, vielleicht repariert er gerade die Lenkung des Taxis mit dem ihr morgen zum Bazar fahren werdet...